Kinesiologie taping – Welt der bunten Bänder




Sie wissen nicht was Kinesiologie taping ist? Doch, ganz bestimmt wissen Sie es!

Spätestens seitdem der italienische Fussballer Mario Balotelli die deutsche Nationalmannschaft aus der Europameisterschaft warf und mit nackten Oberkörper für Millionen Zuschauer posierte, kennt jeder die türkisen Klebebänder, die fast seinen ganzen Rücken bedeckten – das Kinesiotape.

Kinesiologie-TapeIm Laufe der Zeit waren vor allem im Fernsehen gehäuft Spitzensportler zu beobachten, die mit diesen auffälligen Tapes behaftet sind – das Kinesiologie taping wurde Massenkompatibel. Mittlerweile ist das Kinesiologie-Tape aus der modernen Physiotherapie kaum mehr wegzudenken und immer mehr Menschen, die unter akuten oder chronischen Schmerzen leiden, werden von ihren Physiotherapeuten mit den bunten Tapes behandelt.

Kinesiologie-Tape bringt japanische Heilkunde und moderne Physiotherapie zusammen

Altbewährtes hält bekanntlich besser – daher dürfte es auch nicht verwundern, dass das Kinesiotape keine Erfindung moderner Mediziner ist, sondern vielmehr auf eine alte japanische Heiltechnik zurückgeht. Erfunden wurden das Kinesiotape von Kenzo Kase, einem japanischen Chiropraktiker, der physiologische Heiltechniken auf das größte menschliche Reflexorgan, die Haut, optimieren wollte, indem er Tape-Applikationen benutzte. Diese sind mittlerweile auch unter den Bezeichnungen K-Tapes, Chiro-Tapes oder auch Medi-Tapes, allgemein aber unter dem Begriff Kinesiotape bekannt.

Wirkung in der Kurzübersicht

Grundsätzlich dient das Kinesiotape* dem Zweck, die Durchblutung der Muskulatur anzuregen. Die Haut ist mehrschichtig aufgebaut. Zwischen den ersten beiden Schichten, der Epidermis und der Dermis, befinden sich die Schmerzsensoren. Die Grundidee beim Kinesiologie taping besteht darin, dass die erste Hautschicht entspannt wird. Dies führt zu einem verbesserten Blutfluss und folglich zu einer besseren Blutversorgung der verletzten Körperregionen.

Kinesiologie – kurz erklärt

Die Klebestreifen bestehen für gewöhnlich aus gewebter Baumwolle und sind mit einer Acrylkleber-Schicht versehen, die letztendlich bewirkt, dass die Tapes auch auf der menschlichen Haut haften bleiben. Damit sich die Bänder den menschlichen Konturen optimal anpassen können und die natürlichen Bewegungen nicht einschränken, sind die Tapes hochelastisch konzipiert und gelten weiterhin als äußerst atmungsaktiv.

Anwendung für zu Hause

Natürlich kann das flexible Kinesiotape auch problemlos zu Hause zur Anwendung gelangen. Dafür bedarf es nur wenig praktische Erfahrung oder medizinisches Fachwissen. Auf dieser Seite werden in Zukunft ausführliche Anleitungen und Praxisbeispiele zum Anbringen der Kinesiotapes gegeben, sodass auch eine eigenständige Therapie problemlos möglich sein wird.

Anwendung des Kinesiologie-Tapes am Patienten.Als Vorläufer der elastischen Tapes gelten sicherlich die unelastischen Tapes, die bereits seit Jahrtausenden verwendet werden. Unelastische Tapes werden in der Sportphysiotherapie vor allem zur Immobilisation, also zum Ruhigstellen, genutzt. Dieses Prinzip wurde bereits in den Zeiten vor Christus befolgt. Dort tränkten die Heiler die Stoffverbände mit Hartz, die nach dem Anlegen auf der Haut verhärteten und somit die Körperpartie ruhigstellen konnten. Den ersten funktionellen Verband in unserer Zeit entwickelte ein Chirurg namens Gibney. Der Gibney-Verband hat bis heute trotz einiger Modifikationen nichts an seiner Bedeutung verloren. Auch das rigide McConnell Taping hat seine historische Relevanz.

Jenny McConnell Kinesiologie Taping

In den 1980ern hat die australische Therapeutin Jenny McConnell das rigide Taping in die orthopädisch-manuelle Therapie eingeführt. Ihre Behandlungsmethoden vor allem im Bereich des Knies wurden mittlerweile durch die Forschung anerkannt. Damit war sie die erste, die nicht elastische Tapes zur Beeinflussung von Muskulatur innerhalb der Physiotherapie nutzte. Mittlerweile wurden jedoch einige Nachteile des rigiden Tapings bekannt, unter anderem der stark eingeschränkte Tragekomfort. Diese Nachteile konnten erst mit Einführung des elastischen Tapes ausgeglichen werden.

Die Herkunft des Kinesiotapes

Kenzo Kase, ein japanischer Chiropraktiker und Kinesiologe war es, der erstmalig elastische Tapes angewendet hat. In seinen Forschungen und Experimenten bemühte er sich, möglichst viele Eigenschaften der Haut durch die elastischen Klebestreifen nachzustellen. Durch eine optimierte Luftzirkulation und einen verbesserten Stoffwechsel bei der Tape-Anlage wollte er den Heilungsprozess der Patienten fördern und beschleunigen. Da seine Methoden auf Grundlage der angewandten Kinesiologie beruhen, werden seine entwickelten elastischen Verbände auch als Kinesio-Tapes bezeichnet.

Erste internationale Aufmerksamkeit für die Kinesiotapes

Zu internationalen Bekanntheit schaffte es das Kinesiologie-Tape allerdings erst zu Anfang der 2000er Jahre. Es waren die olympischen Spiele in Sydney 2000, die Tour de France 2001 und die Fussballweltmeisterschaft 2002, in denen die Kinesiotapes zum ersten Mal einem breiteren Publikum aufgefallen sind und die Menschen sich fragten, was es mit diesen bunten Tapes auf sich hat.

Grundsätzlich führten die Erfolge hinsichtlich der Linderung von Schmerzen und der Reduktion von Schwellungen dazu, dass sich das Kinesiotape trotz seiner fernöstlichen medizinischen Grundsätze auch in Westeuropa und Amerika durchsetzten konnte.

Der Gegensatz von westlicher und östlicher Medizinpraxis veranlasste einige Ärzte und Physiotherapeuten in Europa jedoch dazu, eigene Interpretationen bezüglich des Tapings zu entwickeln. Nichtsdestotrotz darf das moderne Kinesiotaping als Symbiose fernöstlicher Heilpraktiken und europäischer Medizin auf Grundlage des McConnel Taping angesehen werden.

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